Jute statt Plastiktute…

faltige Schönheiten - ungebügelt!

… faltige Schönheiten – ungebügelt!

Mir persönlich gehen Plastiktüten sehr auf den Wecker – das ist allerdings erblich bedingt… in dieser Hinsicht bin ich irgendwann mal aufgewacht und habe mal wieder festgestellt, daß man Kinder nicht erziehen kann, weil die einem alles nachmachen. 😥

Und so habe ich mal wieder völlig unreflektiert 😕 eine Verhaltensweise meiner Mutter übernommen: Plastiktüten NICHT wegzuwerfen, sondern sie einer oder mehreren neuen Verwendungen zuzuführen. Das Problem: früher waren IMMER ALLE Tüten kostenlos, d.h. einmal Shoppen 15 Tüten – Minimum. :mrgreen:

Jetzt ist es nicht unbedingt total daneben, Plastiktüten wieder zu verwenden, dem stimme ich unumwunden zu, das mache ich auch – sofern ich in diesem Haushalt eine finde.

Wenn man (also ganz konkret diesmal nicht ich 😉 ) allerdings, die Dinger dann bunkert und dann am Schluß eine 1,20 m breite und 25 cm hohe und 60 cm tiefe Schublade in der Küche und einen sogenannten Autokorb (Ihr erinnert euch, in den 80ern kamen die großen Weidenkörbe auf, die den flachen Henkel hatten, damit sie in den Kofferraum passen!?) dafür benötigt, um die gesammelten Teile irgendwann mal wieder zu verwerten, stimmt doch am System etwas nicht.

Interessant ist daran, das muß ich zugeben, daß die Tüten teilweise schon antiquarischen Wert hatten und den Zustand der in der Nähe liegenden Einkaufsstadt quasi in Tütensedimenten wiederspiegelten: Erinnert sich noch jemand an Läden, die „eska“ hießen (hellblaue Tüten, mit dunkelblauem Aufdruck)? Oder daran, daß „Karstadt“ mal pink-blaue Wellen auf seinen Tüten hatte? Ja, ICH mich schon, dank der Tütenarchäologie! 😛

Meine Reaktion nach meinem Auszug von daheim (Haus: Keller, EG, DG, Speicher – Platz für SEHR viele Tüten) in ein 12 qm-Luxusappartement (incl. Küche und Bad: also 3×4 mtr. Platz hinter der Eingangstüre!): Sammeln. Kann man ja nochmal brauchen. 😕

Bei 12 qm hat man keine Riesenschublade – wo auch!? Relativ schnell, war dann klar: das geht nicht, definitiv zu wenig Platz. Also wegwerfen. Habe ich getan, MIT sehr sehr schlechtem Gewissen. Jute statt Plastik war in meiner Kindheit (diese kratzenden Säcke mit Henkeln dran, die so schön fusseln 😎 und wenn dann die Fusseln irgendwo an die Haut kamen, juckte das so toll *gnnnn* – ich hatte sogar eine in Postkartengröße für den Kaufladen). Und ich erinnerte mich daran.

Tja, auf dem Fahhrad muß man ja das Zeug irgendwie transportieren und so kamen sie in meine Hütte: Stoffbeutel. Weil ich wollte ja keine Tüten mehr und wenn der Rucksack voll war, hab‘ ich mir ’nen Stoffbeutel gegönnt. Das war schonmal gut. Weniger gut war, daß ich natürlich NICHT die Disziplin hatte, den leeren Stoffbeutel wieder IN meinen Rucksack zu stecken (hat ja bei den zu recycelnden – hä? ist das ein Wort? recyc… naja, also den wiederzuverwertenden Tüten schon nicht geklappt), was zur Folge hatte, daß ich jetzt Stoffbeutel sammelte. Zwar nicht so wirklich absichtlich, aber eben doch. Das Problem: die kann man ja sowas von gar gar gar überhaupt nicht wegwerfen und 12 qm sind eben 12 qm. Und so klein wie eine Plastiktüte kann man die auch nicht zusammenlegen… also, blieb ich drauf sitzen – gezwungender Maßen, aber dafür weich. 🙂

Das mit den Tüten ist ja so eine Sache: es gibt sie immernoch in allen Läden automatisch & kostenlos (außer im Lebensmittelhandel).

Jetzt auch mit so schönen Aufdrucken wie: recyclingfähig, aus recycletem Matreial oder so. Sie suggerieren UMWELTFREUNDLICHKEIT! Okay, die Maisdinger sind es wirklich, aber der Rest ist Plastik und Plastik bleibt Plastik und verrottet eben erst in ich-weiß-nicht-wieviel-Millionen-Jahren.

An der Kasse:

„17,98 bitte“ die Fachkassenkraft greift zu kostenlosen Plastiktüte.

Ich: „Neee, bitte keine Tüte – ich hab‘ ’ne große Handtasche, da passt alles rein und das ist nicht gut für die Umwelt!“ (Ich mein‘ es ist schon so viel nicht gut für die Umwelt, was ich tue, da kann ich doch wenigstens bei den einfachen Sachen …. naja, ihr wisst schon: Faulheit, Trägheit, Gewohnheit,….)

„Aber die sind abbaubar!“ – im Brusttton der Überzeugung! ❗

Ich – sehr hoch erfreut  🙂 und auch verwundert wegen dem reinen Weiß der Tüte und der Textur: „Wie? Sind die aus Maisstärke!?“

„Ähh,….“ – sie nimmt die Tüte in die Hand und zeigt mir den Aufdruck – „aber hier steht, recyclingfähig, die verrotten….PE – also ich nehm‘ die immer mit die sind ja kostenlos…“ – im Brusston der Überzeugung…

Ich: „Wegen mir könnten Plastiktüten 5€ pro Stück kosten!“

„Aber das ist doch Kundenservice von uns und die sind recyclbar….“ – IM BRUSSTON DER VEHEMENTEN ÜBERZEUGUNG ❗ ❗ ❗ (oh, arme Taststatur, mit dem Schwung hätt‘ ich ’ne alte ADLER 👿 bedienen können).

Zwischenzeitlich habe ich eingepackt und flüchte vor der Beratungsresistenz der Fachkassenkraft. Und ganz ehrlich, ich habe keine Beratungsrenitenz 🙄 für die Frau übrig, nicht bei so einer brutal mit Stahlbeton zementierten Meinung – ihr hättet das Gesicht sehen sollen, die Körperhaltung! Meine Kinder kriegen’s ab – ich keife:

„Ja klar, die sind aus Polyethylen 🙄 und wenn man es verbrennt bleibt Kohlenstoff und Wasserstoff übrig, das ist auf jeden Fall besser als Chlor bei PVC oder noch so anderer Scheiß der dann übrigbleibt. ABER verrotten tun die in ca. 400 Jahren (Wikipedia schreibt: hunderte bis 1000 Jahre!) nicht, wenn die im Wald liegen, liegen die im Wald und die liegen da bis zum SanktNimmerleinsTag. Ich glaub‘ mir haut’s den Schütz raus, Mann, die hat doch keine Ahnung….*schimpfschimpfschimpf* und so eine Sauerrei für ein Produkt, welches ich keine 20 Minuten benutze!!!“

Ich bin so geladen 👿 , ich brauch‘ ’ne Tüte zum Reinatmen damit ich nicht hyperventiliere – geht mit Handtaschen nicht, auch nicht mit Stoffbeuteln und Kartons und Jute kratzt! Bedeutet: Dumm gelaufen für mich – für DIE an der Kasse: dumm rumlaufen.

Wie jetzt!? Predige ich etwa!? :mrgreen:

Ich fände es viel toller, wenn dieser Kundenservice rumgedreht würde, okay, von mir aus keine 5€ pro Tüte, aber wie wäre es mit einem Tütenverzichtskärtchen zum Abstempeln!? 100 Mal keine Tüte mitnehmen, und dann einen Gutschein kassieren oder eine schön designte Mehrfachtasche, bei der man stolz sagen kann: „oh, die habe ich vom sowieso, weil ich schon 100 Mal keine Plastiktüte benutzt habe!“

Oder für die gesparten Tüten, das Geld (ich, weiß es ist ein Centartikel) im Angesicht des Kunden in eine Spendendose stecken….ach, Mensch, oder eben doch 5 € (auser natürlich für die Mülltüten 😉 ) *aufreg*

Eine Kiste mit diesen Stofftaschen, von mir aus auch mit gebrauchten Plastiktüten, die dann kostenlos von jedem gebracht und gebraucht werden können wäre ja auch eine Lösung.

Ganz ehrlich, ich habe es immernochnicht geschafft, Stoffbeutel zu benutzen (das Auto ist mein Stoffbeutel und ich habe zwei gesunde stapelfähige Arme), dennoch, obwohl ich mittlerweile auch die verweigere kommen immer wieder welche ins Haus (jaja, nicht von allein, aber geh‘ mal auf eine Messe und interessier‘ Dich für was…. 🙄 ). Die gebe ich in der Bibliothek ab, dort werden auch gerne die Plastiktüten (die ich trotzdem ab und zu nach Hause trage) wieder verwendet.

Ach ÜBRIGENS: man kann Plasitktüten auch vernähen! Erst zusammen bügeln (äääähhhh, kleiner Hinweis :mrgreen: : bitte nicht direkt mit dem Bügeleisen auf die Folie *gnnn*, legt ein Backpapier dazwischen 😆 ), dann nähen – es gibt ja ab und an welche, die sehr hübsch designt sind… leider habe ich kein Foto, ich hab’s schon verschenkt das Teil….

oder ihr schaut mal ➡ hier.

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7 Gedanken zu “Jute statt Plastiktute…

  1. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, die Schublade war 0,72 qm groß ➡ das entspricht 1/16 meiner gesamten Wohnfläche 😉

  2. Mich regen die kostenlosen Plastiktüten, die man dann eh nicht mehr braucht auch auf. Ich verschenke deswegen jeden Monat eine selbstgenähte Stofftasche^^ Plastiktüten zu vernähen habe ich mal versucht, aber nicht die richtige Temperatur erwischt. Werde das wohl nochmal in Angriff nehmen, bei all den gesammelten Tüten =P

  3. In den tiefsten Achtziger-Jahren begann Douglas als einer der ersten mit diesen schööööönen Tragtaschen mit den Kordeln. Ich hatte die Gesamtausgabe.

    Unlängst die Tür zum „Wirtschaftsraum“ (jaaaaa, das ist Luxus!!!! ) nicht aufgekriegt und vermutet, ob sich dahinter ein Einbrecher verbarrikadiert hat??? Neee. Der große Sack mit der (neuen, nicht mehr Douglas) Sackerlsammlung ist dahinter umgefallen.

    Ich bin Weltrekordhalter im MilchaufkatzenfutteraufKartoffelnaufJoghurtbecher- aufSemmelnaufZeitschriftenstapeln, weil ich trotz…

    Ich hab allerdings jede Menge Säcke im Auto, damit ich beim Einkauf gut gerüstet bin. Und so einen Stoff-Faltkorb. Für große Einkäufe und für kleine und für mittlere und für noble und für dreckige (sowas wie: Pflanzentöpfe mit Küchenkräutern oder Primeln) und für verkrustete Tochterkind-Reitstiefel und für nasse Schneeketten und… Mein Problem: ich hab einen Fiat Cinquecento. Da sag‘ noch einer, in der Schneekugel hat nix Platz…
    (Außerdem vier Regenschirme, aber das ist eine andere Geschichte…)

    … und trotzdem bin ich oft zu eitel, noch schnell in den Kofferraum zu greifen, weil sonst könnt‘ ja mein Rekord wackeln. Drum wehre ich Plastiksackerl-Frontalaufdrängangriffe meist mit einer großen Handtasche und viel Akrobatik ab, was hierzulande glücklicherweise meist akzeptiert wird.

    Aber dann kommt ja das Kapitel mit den übertriebenen Verpackungen und ich überlege, demnächst mit einem Tupperdosen-Sortiment im Supermarkt aufzutreten – wohl verpackt in einem schönen Stoffbeutel…

    • Schön von Dir zu lesen 🙂 *freu*… Ja, die Armakrobatik, die führt auch oft dazu, daß wenn man NUR Zwiebeln braucht und natürlich KEINEN Wagen nimmt – „ich brauch‘ ja nur…“ – mit dem kompletten Wocheneinkauf auf EINEM Arm an die Kasse kommt, der zweite ist ja frei zum Stapeln. Aber ist Dir auch schon aufgefallen, daß man das nach der Kasse nie wieder so genial gestapelt kriegt? 😯 Ich brauch‘ dann fast immer ’ne Kiste 😉 !

      • hahaha, jaaaa! und manchmal krieg ich meine hand nimma raus aus dem knoten von zitronennetz, gemüsesackerl und katzensandsackhenkel (?). musste von der feuerwehr rausgeschnitten werden… oh was für ein unerschöpfliches thema :-):-):-) schööönen stapelfreudigen tag und viele liebe grüße, andrea

      • Vor allem kann man die Finger dann gut ’ne halbe Stunde zu gar nix gebrauchen, nicht mal Kaffeetrinken & Häkeln sind drin, obwohl man ja jetzt gezwungenermaßen Zeit hätte….. schönen Tag Dir!

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